Autonomie neurowissenschaftlich

Schließen neurowissenschaftliche Befunde autonomes Handeln aus?

Bisherige Untersuchungen, insbesondere die Experimente von Libet (1985) sowie von Haggard und Eimer (1999), scheinen gegen die Annahme zu sprechen, dass menschliche Subjekte in der Lage sind, autonom und verantwortlich zu handeln.

Trevena & Miller (2002) zeigten, dass die subjektiv berichteten W-Zeitpunkte teilweise nach dem Tastendruck lagen, was auch systematische Fehleinschätzungen in den Experimenten von Libet möglich erscheinen lässt.

Arbeitshypothese:
Das Bereitschaftspotential stellt eine notwendige Bedingung willentlicher Handlungen dar. Es legt jedoch Handlungen und Entscheidungen nicht so fest, dass dadurch die individuelle Autonomie eingeschränkt wird (Herrmann et al. 2005).

Ist die Fähigkeit, ein Veto einzulegen, von der Ausprägung des symmetrischen und lateralisierten Bereitschaftspotentials abhängig?

Leitung des Moduls: Christoph S. Herrmann

 

Literatur

  • Haggard, P., Eimer , M., 1999. On the relation between brain potentials and the awareness of voluntary movements. Exp. Brain Res. 126 (1), 128–133.
  • Herrmann, C.S., Pauen, M., Min, B-K, Busch, N.A., Rieger , J. (2008). Analysis of a choice-reaction task yields a new interpretation of Libet´s experiment. International Journal of Psychophysiology, 67, 151-157.
  • Libet, B., 1985. Unconscious cerebral initiative and the role of conscious will in voluntary action. Behav. Brain Sci. 8 (4), 529–566.
  • Trevena, J.A., Miller , J. (2002). Cortical Movement Preparation before and after a Conscious Decision to Move. Consciousness and Cognition, 11, 162-190.